Conrad Electronic
TT-Signale
preiswerte Bausätze und (auf Seite 2 dann) die teureren Fertigmodelle

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Bahnhofseinfahrt

Signale setzen in TT

Im vorherigen Baubericht wurde der imaginäre Bahnhof Connrath mit mechanischen Seilzügen für Weichenantriebe und Signale ausgestattet, nur die Signale selbst fehlten noch. Dabei ist das Angebot auf dem Markt beachtlich - und wer sparsam kalkulieren muß, kann auch auf Bausätze zurückgreifen.

Egal ob man mechanische Flügel früherer Epochen liebt oder das bunte Farbenspiel moderner Lichtsignale, egal ob DR oder DB, fast jede nötige Signal-Bauform ist auch im Maßstab TT auf dem Markt. Bei den Lichtsignalen ist der Unterschied zwischen DB und DR augenfällig: die DR hatte im sogenannten Hl-System andere Signalbilder als das H/V-System der DB. Die aus gemeinsamer Historie stammenden Formsignale dagegen unterscheiden sich nur in wenigen Details, die man wahlweise übersehen oder ändern kann. Die DB färbte die Pfeile mehrbegriffiger Vorsignale zum Beispiel gelb statt orange. Ein kleiner Marktüberblick Bei den DR Lichtsignalen reicht das Angebot von Siba über Modellbau Michalski oder Erbert, bis Alphamodell und Ostmodell. Freunde der DB werden (etwas zu groß geraten) bei Vissman aber neuerdings auch Busch fündig. Bei den bis Epoche IV hinein überwiegenden Formsignalen ist das Angebot eingeschränkter: Sie gibt es von Siba und (als fine-scale-ähnlichen Bausatz) von Ostmodell. Im Handel am weitesten verbreitet sind aber wohl die Modelle von Vissmann - mit filigranem Gittermast und vorbildgetreu langsamer Bewegung sind sie auch sehr schön, bei Preisen bis 45 Euro aber teuer. Doch sie werden auch als Bausatz angebote, und schlagen dann je nach Typ (und ohne Antrieb) nur mit 5 - 12 Euro zu Buche

Bahnhofsplan

Wo steht was ?

Ein- und zweibegriffliche Vor- und Hauptsignale, Rangier- und Gleissperrsignale, all die unterschiedlichen Typen des Vorbilds wollen an halbwegs passender Stelle postiert werden. Eine gute Einführung bietet zum Beispiel das Büchlein ‘Modellbahn Signale + Betrieb’ von ALBA. Doch die Grundregeln sind relativ einfach: Jeder mögliche Fahrweg, jede Bahnhofseinfahrt und jede Ausfahrt muß durch ein Hauptsignal gesichert werden. Ausgenommen sind Rangierbereiche, wo es spezielle Signale gibt oder ein ‘W’ dazu zwingt, den direkten Fahrauftrag abzuwarten. Zweibegriffige Signale braucht man immer, wenn neben Halt (Hp0) und freier Fahrt (Hp1) auch Langsamfahrt (Hp2) angezeigt werden soll. Dies muß immer geschehen, wenn eine abzweigende Weiche zu befahren ist. Falls vom Standpunkt aus immer eine abzweigende Weiche zu befahren ist, also immer Langsamfahrt nötig, können beide Flügel gekoppelt sein. Vorsignale kündigen die Signalstellung an, können auf Nebenstrecken (unter 80 km/h) aber durch Tafeln ersetzt werden. Zwischen Signal und abzusicherndem Gefahrenpunkt muß der Durchrutschweg als Sicherheitsabstand eingeplant werden. Ein bißchen Abstand sollte auch im Modell vorhanden sein. Ein Plausch unter Modellbahnkollegen kann nicht nur Aufklärung bringen, sondern auch Spaß machen. Der Signalplan für Connrath entstand auf ähnliche Weise, durch regen Gedankenaustausch vieler Modellbahner bei www.tt-board.de.

Einzelteile der Signale

Entscheidung für billigen Bausatz

Angesichts der Fülle der benötigten Signale wurden Vissmann-Bausätze von Conrad gekauft. Auch wenn der Inhalt der gelieferten Tüten zunächst furchterregend klein und vielfältig aussieht: die Arbeit ist zu schaffen. Für die Montage des ersten Signales sollte man sich aber durchaus einen Abend Zeit nehmen..... und die umfangreiche Montageanleitung befolgen! Mit einer Abweichungen und zwei Ergänzungen: Die Drähte lassen sich von ‘oben’ nach ‘unten’ sehr viel leichter in den Mast einfädeln als umgekehrt. Außerdem lohnt es die, das Platinchen der Mini-Leds zum Löten mit einem Hauch Sekundenkleber auf einer Unterlage festzuheften. Dann bleibt eine Hand für das Kabel, die Zweite für den möglichst feinen Lötkolben.... und nichts wackelt und rutscht. Das Kabel vorher verzinnen, auf der winzigen Lötfahne ausrichten, mit der Lötspitze andrücken schließlich das Platinchen möglichst vorsichtig wieder von der Unterlage lösen und samt Kabeln in das aus drei Teilen bestehende Lampengehäuse setzen. Damit ist der bei weitem schwierigste Teil der Arbeit erledigt. Bevor man die Achsen der vormontierten Stellmechanik in die Löcher schiebt, sollten diese unbedingt etwas geweitet werden! Sie sind durch den Lack etwas zu eng. Beeindruckend: Alle Teile des Signales lassen sich durch Stecken auseichend sicher befestigen.

Antriebe

Wer zwecks langfristiger Haltbarkeit trotzdem kleben will, sollte geringste Mengen zähflüssigen Sekundenklebers verwenden. Mit Übung liegt die Montagezeit pro Signal schließlich bei 30-60 Minuten. Angesichts von gesparten 10 bis 20 Euro pro Stück ist der Stundenlohn angemessen, der Spaßfaktor angesichts der Fummeligkeit aber weniger ausgeprägt. Spaß kommt auf, wenn die Signale an der Strecke stehen, leuchten und sich bewegen !

Ohne Antrieb keine Bewegung

Der Oriniginal-Antrieb von Vissmann ist als Einzelteil erhältlich, doch mit rund 13 Euro vergleichsweise teuer. Er ragt auch weit unter die Platte. Stellmotoren lassen sich dort flexibler postieren. Dazu braucht man aber einen längeren Stelldraht. Als Meterware bekommt man ihn fast immer im Schiffsmodellzubehör. Dort gibt es auch ‘Stellkreuze’, die sich für Antriebe der Modellbahn gut zweckentfremden lassen: nützlich wenn unter dem Signal (oder einer Weiche) für den kompletten Antrieb zu wenig Platz ist. Den mit 5 Euro billigsten Motor vertreibt zur Zeit Conrad, allerdings ist er doch ‘klapperiger’ als das knapp doppelt so teure Original der Firma Hoffmann, mit dem sich auch eine vorbildgetreuere, langsamere Bewegung ergibt.

Detail eines Antriebes

Egal welchen Motor man nimmt, die Einbaumöglichkeiten unter der Anlage sind unbegrenzt. Dabei sollte der Stelldraht so gebogen werden, daß der evtl. zu große Stellweg des Motors durch Federn des Drahtes ausgeglichen wird. Da wird wird man etwas probieren und biegen müssen... um die Signale zu schonen, sollte man den Draht erst an die Mechanik stecken, wenn er wirklich passend gebogen ist. Auch wenn nicht jeder Laden die gewünschten Signale führt: wer im Internet suchen und kaufen kann, wird merken, daß auch bei Signalen in TT mittlerweile fast nichts mehr unmöglich ist. Und der optische Eindruck des relaistischen Zugverkehrs wird für den Mehraufwand mehr als entschädigen.

Bau, Text und Fotos: Michael Houben (erstveröffentlicht im TT-Kurier 8/2004)

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