Wie will man das Klima vorhersagen, wenn man nicht einmal das Wetter der nächsten Woche prognostizieren kann? Die Frage leuchtet auf den ersten Blick ein, doch zwischen Klima und Wetter existiert ein gravierender Unterschied. Klima ist die langfristige und großräumige Summe aller Wetterereignisse, ein statistischer Durchschnitt. Und der Treibhauseffekt selbst ist ein vergleichsweise simples physikalisches Problem.
Um seine Wirkung vorhersagen zu können, benötigt man Klimamodelle: hochkomplexe mathematische Formelsammlungen, in denen alles Wissen über Atmosphäre und Wolken, Ozeane, Strömungen, Verdungstungsraten und sonstige Detailformeln zu einem hochkomplexen Ganzen verknüpft werden.
Nun hat sich das Wissen über die physikalischen Abläufe
ebenso vermehrt, wie die Computerkapazitäten. Doch in den Grundaussagen
liegen alte (einfache) und neue (komplexe) Modelle nah beieinander.
Tatsächlich kommen die weltweit unterschiedlichen Forschergruppen, die an
sehr unterschiedlichen Modellen arbeiten, am Ende zu sehr ähnlichen
Ergebnissen. Obwohl einige wenige Wissenschaftler die Vorhersagen anzweifeln -
und obwohl diese 'kritischen' Stimmen gerade von der Industrie kräftig
gefördert werden - existiert kein Klimamodell, daß keine
Erwärmung der Erdatmosphäre vorhersagt. Ich konnte vor einiger Zeit
einen der bekanntesten Kritiker der Treibhaushysterie interviewen. Fred Singer.
Ich habe seine Argumente mit vielen Klimaforschern diskutiert und halte deren
Arbeit weiterhin für höchst seriös. (Beitrag:
Klimahysterie?))
Das bekannteste Argument:
'Die Veränderung der Sonnenaktivität' habe das Klima verändert,
wurde von dem englischen Wissenschaftsautor Nigel Calder durch sein Buch 'Die
launische Sonne' bekannt gemacht. Mittlerweile gibt es zu diesem Thema neuee
Erkenntnisse und nachdem 1998 auch ein langes Gesrpäch mit
Nigel Calder führen konnte, kann ich um so überzeugter schreiben:
Die Sonne ist nicht schuld
!! Es gibt
den menschgemachten Treibhauseffekt! Übrigens: Während des Interviews bot Nigel Calder mit
eine Wette an. Da die Sonnenfleckenzahl seit Jahren rückläufig ist, müsste es auf der Erde bis
zum Jahr 2005 eigentlich wieder spürbar kühler werden. Wenn die globalen Durchschnittstemperaturen
bis zu diesem Jahr trotzdem weiter steigen, so die Wette, gäbe es einen menschgemachten
Treibhauseffekt. Wie Engländer so sind: er bot mir eine Wette an - um einen erheblichen Euro-
Betrag - zu entscheiden im Jahr 2006: nach Auswertung von Satellitenmessungen zur globen Durcschnittstemperatur.
Er setzte einen beachtlichen Euro-Betrag. Ich nahm diese Wette an - und Gewann: Es wurde trotz sinkender Zahl von
Sonnenflecken weiterhin wärmer. Und typisch Engländer. Nigel Calder zahlte die Summe prompt
und ohne zu murren an mich aus! Beweis: der 'Wettschein'
Natürlich können Klimamodelle nie wirklich perfekt sein. Noch immer gibt es einzelne Zusammenhänge für die noch keine Formeln gefunden wurden. Natürlich gibt es zwangsweise Vereinfachungen. Es ist allerdings absurd, daraus zu schließen, es würde in Wahrheit weniger schlimm. Immer wieder gibt es neu entdeckte Zusammenhänge, die das Ergebnis der Entwicklung auch in pessimistischerem Licht erscheinen lassen. Zum Beispiel, wenn die weltweiten Tundra-Böden durch die Erwärmung auftauen und als Sumpf große Mengen des Treibhaugases Methan in die Atmosphäre entlassen. Methan ist sogar klimawirksamer als CO2. Eine Erwärmung würde sich also selbst verstärken. Ein sogenannter Rückkoppelungs-Effekt. Gerade die Forschung über Wechselwirkungen zwischen Atmosphäre und Biosphäre ist zur Zeit ausgesprochen spannend
Praktische Auswirkungen schon heute sichtbar !?! Die Elbe-Flut hat auch in Deutschland eine Ahnung davon entstehen lassen, wie die menschgemachte Klimaveränderung durch den Treibhauseffekt sich auswirken kann. Doch in fast allen Teilen der Welt hat es in den vergangenen Jahren ähnliche Ereignisse gegeben - fast weltweit verändern sich die Muster des Wettergeschehens.
Für Dschungel habe ich mir Anfang 2003 zunächst eigene
Berichte angeschaut, die ich vor circa 15 Jahren zu diesem Thema gemacht hatte:
basierend im wesentlichen auf Interviews mit Prof Hartmut Graßl, der
damals gerade Direktor des Hamburger Max-Planck-Institutes geworden war. Es ist
frappierend, wie
damalige Prognosen eingetroffen sind
. Anschließend habe ich mich mit den
teilweise dramatischen Wetterveränderungen
beschäftigt, die sich in der Arktis, aber auch
rund um das Mittelmeer, in ganz Europa und im Rest der Welt zeigen. Dazu
gehörte auch ein längeres Interview mit Prof. John Schellnhuber, dem
bisherigen Direktor des PIK, der seit kurzem das englische Tyndall-Center
leitet. Dort erfuhr ich auch, wie
sich England schon sehr konkret auf den Klimawandel vorbereitet![]()
Daraus wurden dann auch noch drei zusemmengehörende Beiträge in 3Sat: Nano: Die Jahreszeiten verändern sich. Der Frühling kommt statistisch immer früher. Wie reagiert die Pflanzenwelt auf Klimaveränderungen ? Was bedeutet das für die Landwirtschaft?
Mehr, vor allem zu den internationalen Klimaverhandlungen gibt es auf Seite 2 >